Massai und was nun

19.2.2016

Nach dem Themenschwerpunkt Tiere und Natur geht es um Begegnungen mit Land und Leute. Etwas Besonderes ist gleich unsere erste Begegnung: Der Besuch eines Massai-Dorfes. Es handelte sich dabei um kein Schaudorf, sondern ein echtes Dorf in dem die Krieger der Savanne tatsächlich leben. Gegen einen kleinen Obolus führten sie noch einen Tanz auf und beantworten Fragen. Laut deren Aussage können sie es sich durch das Geld leisten Wasser mit dem Tanklaster anliefern zu lassen.

Disclaimer: Ein kurzer Besuch und ein paar Gespräche geben keinen tiefen Einblick in die Kultur. Ich sehe und bewerte als Außenstehender nach anderen, rein subjektiven Maßstäben, geprägt durch meinen kulturellen Hintergrund.

Kurzfassung: Die Massai sind Dreckschweine, deren Kultur verschwinden und die niemand vermissen wird.

Langfassung: Die Begegnung war toll, weil es eben das echte Ding war und kein Kasperletheater für Touristen. Das Dorf hatte sich eben entschieden, diese Geldquelle anzuzapfen, aber ohne sich für die Touristen zu verbiegen. Die Begrüßung durch Tanz und Gesang war ganz witzig und war gut für Fotos. Ich durfte sogar mit den Kriegern um die Wette hüpfen. (Die Mitreisenden meinten ich hätte mich ganz gut geschlagen.)
Interessanter war aber die Möglichkeit Fragen zu stellen. Hier haben sich leider alle negativen Vorurteile bestätigt und bekräftigt. Frauen sind weniger Wert als Dreck. Sie werden natürlich beschnitten. Danach sind sie Allgemeingut für jeden dahergeschissenen Krieger. Feste Frauen haben nur die Dorfältesten oder der Chef. Der Chef in diesem Dorf hatte gleich 12 Frauen und 72 Kinder, womit praktisch alle Einwohner direkt miteinander verwandt waren. Kinder werden ab dem 4. Lebensjahr von der Mutter getrennt (der Vater ist eh meist unbekannt) und wachsen ab dann bis ca. 14 sich selbst überlassen in einer Kinderhütte auf. Erst ab der darauffolgenden Beschneidung werden sie als vollwertige Menschen angesehen, davor sind sie wertlose Lebewesen. Bei den Behausungen hat es uns die Sprache verschlagen: Ein paar Stöcke notdürftig zusammengebunden und mit Kuhscheiße bedeckt. Drinnen brannte ein Feuer, aber einen Rauchabzug gab es nicht. Die Massai hatten daher ausnahmslos blutunterlaufenen entzündete Augen. Ernährungstechnisch gibt es ausschließlich Milch, Rinderblut und Rindfleisch. Diese 3 Dinge jeden Tag und sonst überhaupt gar nichts. Und so könnte ich ewig weiter erzählen.

Leider scheinen sie unfähig zu sein, sich anzupassen und sich auf neue Bedingungen einzustellen. Stattdessen hängen sie in nicht reflektierter Tradition fest. Für Touristen (inklusive meiner selbst)ist es natürlich schön, beeindruckende Urlaubsfotos von ach so zurückgebliebenen Naturvölkern machen zu können. Naturgeschichtlich gesehen, sind es aber eher die Anpassungsfähigsten gewesen, die eine Zukunft hatten.

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