Wanderslust

12.1 Queen Elisabeth Nationalpark – Kisoro

Wir sagten dem Queen-Elisabeth-Nationalpark ade und fuhren los Richtung Kisoro. Unser Fahrer sagte uns, dass es am Lake Bunyonyi optional die Möglichkeit einer Wanderung gäbe, er uns aber raten würde, unsere Kräfte für das morgige Gorilla-Tracking aufzusparen. Zwei Mitreisende wollten aber dennoch die 14 Kilometer am See entlangwandern.

Was jetzt geschah war das Bescheuertste was ich seit langem erlebt habe. Die beiden stiegen aus dem Auto aus und fingen an zu laufen und Vögel zu fotografieren. Der Rest der Gruppe fuhr in Schritttempo mit ca. 5m Abstand den beiden hinterher. 14 km, ca. 3 Stunden lang fuhren wir hinterher. Die letzten paar hundert Meter ersparte uns der Fahrer, überholte die Wanderer und fuhr zu einem Cafe in welchem wir dann bei einem Bier warteten. So eine unsagbare Zeitverschwendung.

In der Unterkunft wappneten wir uns noch für das anstehende Gorilla-Tracking, prüften ungefähr 100 mal die Wettervorhersage und gingen früh ins Bett.

The long drive

8.1.20 Murchison Falls – Kibale

Ich hatte gehofft, dass die Weckzeiten nun etwas entspannter sein würden, aber weit gefehlt. Der Wecker klingelte um 4:45, um 5:15 wurde mein Koffer abgeholt, schnell noch einen Kaffee und ein Ei und dann ab dafür. Mit der Fähre ging es über den Nil und dann über Feldwege und ausgebaute Straßen gen Süden.

Es ist die längste Fahrstrecke in diesem Urlaub und obwohl die vorbeirauschende Landschaft sehr malerisch ist, spürt man nach einigen Stunden den eigenen Hintern doch sehr. Nach und nach erklimmen wir Höhenmeter von ca. 600 m über NN bis auf ca. 1200 m über NN. Das Klima wird spürbar kühler und feuchter und die Landschaft ändert sich von der Steppe zu saftig grünen Wäldern und Wiesen. Entlang der Straße sieht man mit zunehmender Häufigkeit Landwirtschaft und darunter auch ausgedehnte Teeplantagen.

Tee-Ernte in Uganda. (c) Jörg Neidig, all rights reserved.

Immer wieder fahren wir durch Städte und Dörfer und der Kontrast könnte größer nicht sein. In den Städten gibt es modern und hochwertig aussehende Gebäude und Geschäfte und die Menschen machen einen gepflegten Eindruck. Im Dorf nur wenige Kilometer entfernt wohnen Menschen in runden Lehnhütten, holen däihr Wasser mit Plastikcontainern vom Fluss und und kämpfen jeden Tag darum Essen auf den Tisch zu bringen.

Am späten Nachmittag kommen wir endlich an, vollkommen erschöpft, obwohl wir den ganzen Tag nur Uf unserem Hintern gesessen und aus dem Fenster geschaut haben.

Morgenstund und so

7.1.20 Murchison Falls Nationalpark

Abfahrt war heute bereits um 6 Uhr früh. Also Frühstück um 5:30 und aufstehen um 5:00 Uhr. Buper.

Wir fuhren durch den stockdunkel Nationalpark und erst kurz vor der Bootsanlegestelle fing es an zu dämmern. Genau an der Stelle an welcher wir gestern Richtung Wasserfall gefahren waren ging es nun mit der kleinen Barkasse auf dem Nil in die entgegengesetzte Richtung, d.h. zum Albert-See. Zuerst mussten wir noch die Großbaustelle für die Nilbrücke passieren. Danach wurde es aber besser. Vorbei an von Schilf und Papyrus gesäumten Ufern machte die Fahrt bei strahlend blauem Himmel richtig Laune. Von der Tierwelt war hier auch die gefiederten Freunde beherrschend nur unterbrochen von dem ein oder anderen Flusspferd oder Krokodil.

Ich weiß allerdings nicht so recht, ob ich die Fahrt wirklich gebraucht hätte. Zugegeben, es gab schon eine Menge Vogelarten zu bestaunen. Und das Nildelta zu sehen war auch ziemlich cool. Und dass wir noch Fischer getroffen haben, die uns stolz ihren Fang präsentierten war auch ziemlich nett. OK, ok, die Bootsfahrt war schon ganz gut. Aus meiner Sicht viel beeindruckender war aber die anschließende Tour zu den Wasserfällen.

Gestern hatten wir die Murchison Falls ja bereits aus sicherer Entfernung von unten aus dem Boot betrachtet. Heute hatten wir Gelegenheit die Wasserfälle aus der Nähe sehen. Es ist unglaublich welche Wassermassen hier mit Getöse durchfließen. Es gibt höhere und breitere Fälle auf der Welt, aber dieser ist schon sehr spektakulär, weil der gesamte Nil mit einer immensen Kraft durch einen engen Felsspalt brodelt. Aber mal sehen wie lange noch. Unser Guide erzählte nämlich, dass die Regierung anstrebt die Wasserfälle durch einen Staudamm zur Stromerzeugung zu ersetzen. Bevölkerungsproteste haben dies bislang verhindert, aber die Regierung hat das Vorhaben noch nicht aufgegeben. Wenn das passieren sollte ist meines Erachtens der Nationalpark tot.

Auf der Rückfahrt nutzen wir eine recht abenteuerliche Fähre. Zum Be- bzw. Abfahren brauchte man auf jeden Fall einen 4-Rad-Antrieb und viel Bodenfreiheit. Wir setzten damit problemlos über den Nil, aber im Prinzip war das genau so eine der unsicheren Konstruktionen vor denen man immer gewarnt wird. Die anschließende Fahrt durch den Nationalpark nutzen wir nochmal für eine Fotoexkursion. Die letzte Suche nach Großwild blieb aber erfolglos, dafür gab es noch mehr Giraffen und Vögel. Die Sonne gab ein schönes Licht, so dass tatsächlich noch ein paar richtig gute Bilder bei rausbekommen sind.

Beeindruckend war die Tierwelt aber nicht. Vielleicht bin ich durch den vorherigen Safari-Urlaub versaut, aber ich habe das halt alles schon viel besser gesehen: Schönere Tiere, in größerer Zahl, näher am Wagen, eine größere Artenvielheit und ein viel stärkeres Gefühl mittendrin zu sein als nur auf der Durchfahrt.

Auf die Pirsch

6.1.20 Murchison Falls National Park

Highlight im Norden des Landes Uganda ist der Murchison Falls National Park. Vormittags steht ein “Game Drive” an, also die Fotosafari mit dem Geländewagen durch den Park. Am Nachmittag geht es mit dem Boot über den Nil zu den Murchison Wasserfällen.

Um sieben Uhr früh war Abfahrt in den Park. Frühstück hatten wir für 6 Uhr bestellt. Das klingt nach sehr viel Zeit. War es aber nicht, da ich verschlafen hatte und erst um Viertel nach 6 geweckt wurde.

Gleich vorweg, der Tag war ganz OK, nicht toll, aber auch nicht wirklich schlecht. Auf der Pirsch durch den Nationalpark hatten wir die Gelegenheit viele Giraffen, kleinere Elefantenherden, Büffel, jede Menge Antilopen, Wildschweine, und natürlich das Nationaltier, den Kob, zu sehen. Die richtig spannenden Tiere wie Löwen oder Leoparden waren aber bis zum Schluss nicht zu sehen. Dafür gab es jede Menge Vögel, was einige Mitreisende praktisch in Ekstase versetzte, ich aber mehr als langweilig fand.

Richtig entsetzlich war allerdings, dass der Park eine einzige Baustelle war. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Man hat im Park Öl gefunden und Uganda hat die Förderrechte an ein chinesisches Unternehmen vergeben, welches im Gegenzug mehrspurige Autobahnen durch das ganze Land baut. Also nochmal zum Mitschreiben, im Nationalpark wird jetzt Öl gefördert. Die ersten Pumpen sind schon in Betrieb und weitere werden gerade aufgebaut. Dafür sind schwere Baumaschinen den ganzen Tag im Park unterwegs und reißen eine riesige Schneise durch die Steppen und Wälder. Außerdem wird quer durch den Park eine mehrspurige Autobahn gebaut und eine entsprechend mächtige neue Brücke über den Nil errichtet. Im 30-Sekundentakt fuhren Kipplaster, Betonmischfahrzeuge, Raupenbagger in einem Affenzahn mit Getöse und einer riesigen Staubwolke an uns vorbei. Man fährt an großen planierten Flächen vorbei, an Schutthalden und Steinbrüchen. Wir konnten vor Entsetzen unseren Augen nicht trauen. Tja, der Park ist wohl futsch und ich muss jedem ganz klar davon abraten diesem Park zu besuchen.

Etwas besänftigt hat uns das Mittagessen in der “Paraa Safari Lodge”. Diese Lodge ist wunderschön am Nil gelegen und bietet einen sehenswerten Blick über die noch unberührte Landschaft.

Danach ging es auf zur Bootsfahrt auf dem Nil. Das war wirklich schön. Wir fuhren mit einer kleinen Barkasse von der Bootsanlegestelle bis zu den Murchison Falls und konnten dabei die bunte Tierwelt im Gewässer und am schilfbewachsenen Ufer bestaunen. Mein persönliches Highlight war Nilpferde zu sehen. Echte Nilpferde im Nil. Im buchstäblichen Nil! Ansonsten gab es wieder jede Menge Vögel. Der Fairness halber muss ich erwähnen, dass die Mitreisenden sehr entzückt von den Kingfischern waren, die ihre Nester in die Lehmfelsen des Ufers geschlagen haben. Wasserfälle hat man ja mittlerweile viele gesehen, aber dieser war wirklich imposant, da sich hier der gesamte Nil durch eine enge Felsspalte drängt.

Insgesamt war es dadurch eben ein schöner Tag mit einem etwas bitteren Nachgeschmack.

Über Stock und über Stein zum Nashorn

5.1.20 Entebbe – Murchison Falls Nationalpark

Autofahren.

Den ganzen Tag Autofahren.

In einem alten Geländewagen auf unterirdisch schlechten, aber dennoch stark befahrenen Straßen

Einziger Lichtblick war der mittägliche Halt in einem Nashorn-Schutzgehege. Diese rein private Eineichtung versucht mit Hilfe von Spendengeldern und wenigen aus Kenia importierten Tieren, die in Uganda ausgestorbenen Breitmaulnashörner wieder heimisch zu machen. Schade, dass der Staat Uganda es nicht für notwendig hält so etwas in die eigene Hand zu nehmen und der Umweltschutz auf Privatinitiativen angewiesen ist. Aber Respekt: Aus ursprünglich 6 importierten Tieren sind mittlerweile 30 geworden und ab einer Menge von 50 wollen sie die ersten Tiere auswildern. Dies ist eine tolle Initiative und ich habe einen Riesenrespek vor dieser Leistung.

Bei der kompetenten Führung in Kleingruppen kommt man erstaunlich nah an die Tiere ran. Am besten funktioniert das unter der heißen Mittagssonne, wenn die Biester so richtig träge und müde im Dickicht oder dem Schatten eines Baumes liegen. Für mich war das eine ganz besonders beeindruckende Erfahrung. Um die Position der Dickhäuter nicht an Wilderer zu verraten, muss man übrigens die GPS-Funktion an Mobiltelefon und Kamera ausschalten. Das macht tatsächlich mal Sinn.

Nach diesem tollen Stop geht die Autofahrt weiter. Vollkommen mürbe kommen wir im Dunkeln in unserer Lodge in der Nähe der Murchison Falls an. Doll ist es hier nicht, aber wir sind müde und müssen am nächsten Morgen bereits wieder zeitig aufstehen. Unser erster “Game Drive” steht an.

Uganda, ich komme

Uganda als Urlaubsziel wäre mir jetzt nicht so direkt eingefallen. Doch eines Abends rufte mein Freund Burkhard an und meinte, er hätte einen tolles Urlaubsangebot gefunden, weil in Uganda gäbe es Gorillas. Naja, was soll ich sagen: ich fahre nach jetzt nach Uganda.

3.1.20 Frankfurt, (Vor-)Anreise

Praktisch als Vorspiel zum Urlaub in Uganda musste ich heute schon nach Frankfurt fahren. Der Flug startet zwar erst am 4.1., aber dafür bereits um 7 Uhr morgens. Wenn man dann zwei Stunden vorher einchecken soll und noch 2,5 Stunden Zugfahrt von Nürnberg zum Frankfurter Flughafen rechnen muss, dann scheint eine Übernachtung in einem Airport- Hotel plötzlich attraktiv. Die Zugfahrt war recht unspektakulär. Wie üblich war der Zug überfüllt und die Gäste standen in den Gängen. Im Frankfurt Hbf ging es dann nicht weiter, weil die Bahn es nicht hinbekam den Fahrplan in die Lok zu laden. Auf der letzten Strecke zum Hotel habe ich mir dann den Hintern abgefroren, da ich aus Gründen des leichten Gepäcks weder Winterjacke noch Pullover dabei hatte.

4.1.20 Frankfurt – Kibele – Entebbe

Der Wecker klingelte um 4 Uhr früh. Mehr muss man über den Tag eigentlich nicht wissen.

Nach dem kurzen Hüpfer nach Brüssel, musste ich feststellen, dass die Transferzeit recht knapp bemessen war. Es reichte gerade noch so zum Kauf eines hochprozenigem Getränks ( wichtig, der Gesundheit wegen). In der Schlange vor dem Boarding traf ich meine Mitreisenden. Viel Austauschen konnten wir uns aber nicht, da wir quer über das Flugzeug verteilt saßen. Erstes Highlight: ein Upgrade nach Premium Economy.
Was der Reiseveranstalter aber nicht für notwendig gehalten hat uns mitzuteilen, war, dass es sich nicht um einen Non-Stop-Flug handelte. Keine Ahnung, ob wir umsteigen müssten oder was das bedeutet. Unsere Befürchtung: Wenn wir das Flugzeug wechseln müssten, wäre es um den gerade erworbenen Schnapps geschehen. Zum Glück konnten wir beim Aufenthalt in Kigali einfach im Flieger sitzen bleiben und es ging nach kurzer Pausen weiter nach Entebbe. Zweites Highlight: ein Upgrade in die Business Klasse.

Die Einreiseformalitäten nahmen über eine Stunde in Anspruch und alle Reisende waren sichtbar genervt. Letztendlich waren wir erst gegen ein Uhr nachts im Hotel und durften noch eine längliche Erklärung der Hausmutter zum Ablauf des Frühstücks über uns ergehen zu lassen. Das im Programm angekündigte Willkommensgetränk war eine Flasche Bier. Dafür durften wir am nächsten Tag auch bereits um halb sieben aufstehen.

Geeking in Star Wars: Galaxy’s Edge in Disneyland Anaheim

Endlich, endlich hat Star Wars: Galaxy’s Edge in Disneyland Anaheim geöffnet. Ich habe den von mir lang herbeigesehnten Urlaub dort mit dem Besuch der D23 Expo kombiniert, des größten, zweijährlichen Disney-Fan-Events. Und wie soll ich es sagen? Galaxy’s Edge hat mich weggeblasen. Noch nie zuvor habe ich eine so immersive künstliche Welt gesehen und erlebt. Wahnsinn.

Very happy to be Standing in front of the Millennium Falcon™ in Batuu in Disneyland (Anaheim, USA). Picture (c) by Jörg Neidig, all rights reserved.

Die Angestellten (Disney Cast members) sind angewiesen die gesamte Zeit über “in Charakter” zu bleiben, d.h. die Illusion aufrechtzuhalten. Das führt übrigens dazu, dass lustige Star Wars T-Shirts hier nicht zu erwerben sind, weil das nicht in die stimmige Welt passen würde. Dafür muss man dann an andere Stellen in Disneyland gehen. Meine einzige kleine Kritik ist, dass die Geschichte zeitlich zwischen Episode 8 und 9 angesiedelt ist. Ich hätte es besser gefunden, die klassischen Charaktere Han Solo, Darth Vader etc. anzutreffen als Kylo Ren, Rey und co.

Impression from Batuu in Disneyland (Anaheim, USA). Picture (c) by Jörg Neidig, all rights reserved.

Bob bekommt Verstärkung von Humphrey

Während Bob weiterhin unermüdlich für die Sauberkeit in der Wohnung sorgt, übernimmt Humphrey nun die Gartenpflege. Selbst bei Regen oder brennender Sonne lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Und ich schaue ihm bei der Arbeit zu und trinke dabei einen Gin Tonic.

Humphrey
Humphrey at work

Ich habe jetzt endlich eine Putzhilfe und sein Name ist Bob

Ich habe jetzt endlich eine Putzhilfe und sein Name ist Bob. Es kommt mir schon etwas dekadent vor, dass Bob um mich herum am Saugen ist, während ich entspannt auf der Playstation zocke. Besonders wenn ich dann gönnerhaft die Füße hebe, damit er darunter auch noch sauber machen kann. Ich muss aber zugeben, dass er seine Sache gründlicher macht als ich es bisher getan habe.

Und hier ein Foto von Bob.

Bob cleans it all

Blut, Gedärme und abgetrennte Gliedmaßen

Seit ein paar Tagen bin ich wieder zurück vom Urlaub und Highlight waren die Halloween Horror Nights in den Universal Studios in Florida. Sehr, sehr spaßig und gruselig zugleich. Das ist definitiv nichts für kleine Kinder und schwache Nerven und so manches mal, hab auch ich vor Schreck geschrienen wie ein kleines Mädchen.

Die Fotos sind eher nicht so prickelnd, da es ja dunkel war und mir außerdem ein paarmal fast die Kamera aus der Hand gefallen wäre. Denn immer, wenn man sich in Sicherheit fühlte, hat sich jemand von hinten angeschlichen und einen so richtig erschreckt. Die Fotos aus den Spukhäusern sind nicht während des Betriebs entstanden, sondern während einer Führung.

Halloween Horror Nights 2018, “Stranger Things” house. Picture (c) Jörg Neidig. All rights reserved.

Halloween Horror Nights 2018, “Stranger Things” house. Picture (c) Jörg Neidig. All rights reserved.

Halloween Horror Nights 2018, “Stranger things” house. Picture (c) Jörg Neidig. All rights reserved.

Halloween Horror Nights 2018, Orlando Florida. Picture (c) Jörg Neidig. All rights reserved.

Halloween Horror Nights 2018, Orlando Florida. Picture (c) Jörg Neidig. All Rights reserved

Grillen marsch

Grillen!
(c) by J. Neidig. All rights reserved.

Zu dritt sind wir in den Baumarkt gefahren, haben das Monster in einen VW-Bus gekippt (von tragen kann keine rede sein) und dann ca. eine Stunde gebraucht um es aufzubauen. Zugegeben, mit etwas mehr Konzentration wäre es vermutlich schneller gegangen. Und dann haben wir das Biest endlich angeschmissen und frische Nahrungsmittel schwarz und unkenntlich gemacht. Nee, im ernst. War super lecker. 🙂

Ein Mann muss grillen

Die Suche nach dem Traumgrill geht weiter. Nach Wochen des Hin- und Herüberlegens, Tage des Wälzens von Prospekten, Stunden von Fachgesprächen unter Freunden und Kollegen und der vielen Nachmittage mit Besichtigungstouren durch diverse Baumärkte hatte ich mich endlich auf einen Grill eingeschossen. Natürlich ist er vollkommen überdimensioniert und viel zu teuer, aber aus irgendeinem Grund schien er mir perfekt.
Frohen Mutes wollte ich dann zum Einkauf schreiten und merkte erst im Baumarkt, dass das Monster knappe 70kg wiegt. Vollkommen zerknirscht zog ich unverrichteter Dinge wieder von dannen. Es dauerte ein paar Tage bis ich endlich einen Freund Zeit und Lust hatte mitzukommen, um den Traumgrill zu zweit in meinen Garten zu wuchten. Letzten Freitag war es dann so weit: Freund bestellt und seine Familie gleich zum Grillen eingeladen. Allerdings schauten wir im Baumarkt dann nur verwirrt auf der Ausstellungsfläche herum. Mein Grill war weit und breit nicht zu sehen: ausverkauft. Ich habe mir jetzt einen aus der anstehenden Lieferung reserviert (kann gute 2 Wochen dauern), das hilft aber nicht beim versprochenen Grillabend. Also haben wir kurzerhand einen Billiggrill für 20 Euro gekauft und darauf am Abend das Grillgut erwärmt. Ging auch.

Uralt

Ich hatte schon fast vergessen wie Zelten ist: viel zu früh mit eiskaltem Gesicht aufwachen, dann raus in das noch kältere Draußen nur um sich dann mit noch kälterem Wasser zu waschen. Danach dünner Kaffee und altbackenes Brot. Hab ich erwähnt, dass es kalt war?

Zum Glück wurde es schnell richtig warm, so dass wir beschlossen zu einem nahen See zu fahren, um dort zu picknicken. Das Wort Picknick scheint in diesem Fall aber leicht untertrieben, denn mitten am Strand wurde ein schön gedeckter Tisch (mit Tischdecke und allem Pipapo) mit einem kompletten warmen Mittagessen.

Besonders spektakulär war ein Ausflug zu Felsmalereien in einem etwas abgelegenen Tal. Fast hätten wir diesen Programmpunkt übersehen, machten dann aber mit quietschenden Reifen kehrt, um das noch mitzunehmen. Die Straße dort hin war so schlecht, dass wir in ein anderes Fahrzeug umsteigen mussten. Aber allein die abenteuerliche Fahrt durch die Berge war den Aufwand wert. In dem Tal gab es dann zwei handvoll wunderschöne in den Stein geritzte Zeichnungen zu sehen, uns sehr begeisterten. Man muss sich vorstellen, dass an dieser Stelle vor 5000 Jahren jemand mit einer künstlerischen Ader stand und hier Szenen aus seinem Leben verewigt hat. Bei dem Gedanken bekommt man doch Gänsehaut, oder?

Auf in den kalten Norden zum Zelten

(28.3.18) Und wieder stand ein langer Reisetag mit wenigen Boxenstops an. Es gab wenig Berichtenswertes zu sehen. Wüste, Wüste und noch mehr Wüste mit kurzen Stopps bei den Überresten einer alten Karawanserei und einer Festung Alexander des Großen. Da das Kaff des vorletzten Stopps des Tages zu klein für ein Restaurant o.ä. war, gab es ein leckeres Mittagessen bei einer Familie, die sich dadurch ein kleines Zubrot verdiente. Es gab Plov.

Am späten Nachmittag kamen wir dann in dem Jurtencamp an. Die Jurten waren echt, die Kasachen waren echt, die Kamele, auf denen wir geritten sind, wären echt, die traditionellen Volkslieder, die vorgesungen wurden, waren echt. Nur das Camp selbst war nicht echt. Das war für Touristen.

Buchara, 2. Tag (27.3.18)

Heute war ein schöner Tag. Es gab ein paar sehr interessante Dinge zu besichtigen, wir konnten nochmal so richtig die Atmosphäre der Stadt aufsaugen, endlich blauer Himmel und Sonnenschein, Nudelsuppe, Hammam und vieles mehr. Aber eins nach dem anderen.

Der Sommerpalast ist das klassische Ausflugsziel für Touristen, Einheimische und Schulklassen. Dementsprechend voll war es auch. Anfangs sind auch wir gar nicht zum Fotografieren gekommen, aber nicht wegen der Menschenmassen selbst, sondern weil die alle ein Foto mit uns machen wollten. Die drängelten und schuppsten und giggelten und jeder wollte ein Selfie mit den West-Touristen. Mal sehen auf wieviel Facebook-Seiten ich jetzt gelandet bin.

Danach ging es zu Fuß durch ein Wohnviertel und zu einer putzigen Medresse mit vier Türmen. Als dann eine Mitreisende aber zu einer Schneiderin wollte, um ihre Hose kürzen zu lassen, verdrückten Burkhard und ich uns lieber in ein Kaffee auf dem Hauptplatz. Die tolle Atmosphäre und das merkliche bessere Wetter entschädigte uns etwas für die recht einseitige Wunscherfüllung unserer Reiseleitung. Als wir dann etwas meckerten, führte uns der Reiseleiter (statt Freizeit) doch noch zu ein paar anderen Sehenswürdigkeiten, die allesamt wirklich interessiert und schön waren. Es wäre echt schade gewesen, wenn wir das verpasst hätten. So zum Beispiel könnten wir in einer Medresse alte Studenten-WGs sehen, also die Zimmer in denen die Studenten zu viert gelebt und gelernt haben.

Und dann haben wir uns in einem historischen Hammam mal so richtig durchwalken lassen. Alter Schwede, der Masseur hat echt jeden Wirbel in meinem Rücken knacken lassen.