An Tempeln satt sehen

Heute heisst es Tempel bis zum abwinken anschauen, denn das Wetter ist prima und ich bin nach der gestrigen Zechtour auch schon halbwegs wieder fit. Ich habe in der Jugendherberge noch 5 andere Reisende getroffen und zusammen sind wir kurzerhand in eine kleine urgemuetliche Spelunke eingefallen. Fuer die Menge an Sake, die wir da gebechert haben, geht es uns eigentlich erstaunlich gut. Der Abend war auch deshalb ganz witzig, weil wir ein paar japanische Stammgaeste getroffen haben, die nach dem x-ten Glas Sake dann doch ploetzlich gespraechig werden.

I’m in Kyoto, now

Diese Zeilen schreibe ich aus Kyoto und es regnet fuerchterlich. Daher geht es jetzt erst einmal ein ein japanisches Badehaus. In Tokyo hatte ich dafuer noch nicht die Zeit gefunden, also mein erster Test dieser urjapanischen Einrichtung.

In Tokyo habe ich eine japanische Studentin Mi Ho kennen gelernt, die mir am Sonntag dann im Sueden von Tokyo ein beliebtes Ausflugsziel gezeigt hat (Kamakura). Da gab es ein paar wunderschoene Tempel zu sehen und ausserdem hatten wir die Gelegenheit auch noch zwei Hochzeiten in den Tempeln zu beobachten. Zusammen haben wir dann noch ein einer Teezeremonie teilgenommen und ein etwas anderes Restaurant besucht. In dem Restaurant ist jeder Tisch mit einer kleinen heissen Platte ausgestattet auf der man sein Essen selbst zubereitet. Man bestellt dann einen Satz Zutaten, die dann in einer Schuessel (mit einem rohen Ei obendrauf) kommen. Dann verkleppert man das Ganze und braet sich ein Omlett. Warum man dafuer noch zahlen muss, wenn man eigentlich bis aufs sauber machen alles selber macht, weiss ich auch nicht. Das war auf jeden Fall ein richtig schoener Tag.

Die Japaner moegen es offensichtlich gerne laut und besonders gerne haben sie es wohl, wenn Dinge Geraeusche machen. Bei den Zuegen in Tokyo ertoent kurz vor der Abfahrt je nach Bahnhof und Linie eine andere Erkennungsmelodie. In Kyoto habe ich jetzt das naechste entdeckt: die Ampeln machen Musik. Jedesmal wenn die Ampeln auf gruen schalten, spielen sie ein japanisches Kinderlied. Putzig.

Die Tolettendeckel sind hier uebrigens beheizt.

Der Moloch Tokyo

Die letzten Tage ging es intensiv um das, was man in Tokyo besonders gut machen kann: Einkaufen und Essen. Gekauft habe ich selber nicht viel, aber ich habe mich von dem Trubel mitreissen lassen. Der Hoehepunkt ist dann gestern Abend der Abstecher in den Stadtteil Shibuja gewesen. Als in Japan muss die Wirtschaft so funktionieren. Die Eltern verdienen das Geld, geben es dann den Kindern und die geben es aus. Mit vollen Haenden. Irgendwie waren naemlich nur Jugendliche unterwegs.

In Shibuja gibt es auch die wohl beruehmteste Kreuzung der Welt. Alle drei Minuten schalten alle Ampeln fuer Autos auf rot und fuer Fussgaenger auf gruen. Und dann marschieren hunderte von Menschen kreuz und quer ueber die Kreuzung. Man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht. Tokyo hat 34 Millionen Einwohner und die waren gestern Abend wahrscheinlich alle an dieser Kreuzung.

Im letzten Eintrag habe ich gesagt, dass ich einen Informations-Overflow hatte. Da dran habe ich mich schon etwas gewoehnt, aber gestern war dann wirklich zuviel. Zusaetzlich zu den Leuchtanzeigen gibt es an dem Platz mehrere ueberdimensionale Videowaende. Und alle natuerlich mit lautem Ton, dazu beschallen die Geschaefte ueber grosse Aussenlautsprecher die vorbeiziehende Jugend mit Kaufangeboten und -weil das noch nicht genug ist – fahren Autos und LKWs im Kreis herum, deren Seiten mit Videowaenden versehen wurden und verbreiten ebenfalls ueber Lautsprecher ihre Werbebotschaft. Alle paar Meter wird man von Tuerstehern angefasst und angequatscht. Und ohne Erbarmen schiebt sich die Menschenmenge weiter und weiter. Irgendwann musste ich dann fliehen. So doof sich das auch anhoert, aber ich war an dem Abend mit den Nerven echt am Ende.

Tilt und Overload

Gestern Abend bin ich noch kurz in das Zentrum des Tokyoer Stadtteils Ikebukuro (in dem auch mein Hotel ist) gelaufen. Tja, was soll ich zu meinem ersten Eindruck sagen: Tilt, overload. Alles hat geblinkt und geleuchtet, ueberall (wirklich ueberall) Leuchtreklame und Neonroehren, Menschenmassen, Musik und Ansagen aus Lautsprechern, Tuersteher, die einen ansprechen, verschiedenste Gerueche und Duefte quellen aus den kleinsten Loechern. Ich muss sagen, ich war da doch etwas ueberfordert. Es kann natuerlich sein, dass es vielleicht nicht die beste Idee war diesen Abstecher vollkommen uebernaechtigt zu taetigen.

Angekommen

Etwas aufgeregt und uebernaechtigt bin ich in Tokyo angekommen. Im Flugzeug habe ich zwar wie erhofft neben Japanern gesessen, aber die waren des Englischen nicht maechtig, so dass Konversation waehrend des Flugs schon mal flach fiel.
Bis der Vogel abhob hat es allerdings etwas gedauert. Erst passierte gar nichts. Dann meldet sich der Pilot, dass es Probleme mit der Trimmung gebe. Der Mechaniker sei aber unterwegs und das Problem waere bald behoben. Eine Stunde spaeter kam die Durchsage, dass jetzt zwar die Trimmung repariert sei, aber es dafuer angefangen haette zu schneien, so dass erst das Flugzeug enteist werden muesse. 30 Minuten spaeter, freute sich der Pilot darueber, dass das Flugzeug enteist war, was aber gar nicht mehr notwendig war, weil das Wetter mittlerweile wieder sonnig war. Dafuer sei jetzt aber die Hydraulik ausgefallen. Nachdem die dann repariert war ging es mit 2 Stunden Verspaetung dann Richtung Tokyo.
Die Stewardessen waren ziemlich gut drauf. Als kurz nach dem Start kleine Packungen mit Salzbrezeln verteilt wurden, gab eine den Kommentar ab:“Bitteschoen. Hier ist was fuer den hohlen Zahn.“

In Tokyo angekommenhabe ich erst einmal etwa eine Stunde gebraucht, um durch den Zoll zu kommen. Die sind ja wirklich noch schlimmer als die Amis. Fingerabruecke nehmen, Foto machen ist ja wohl mittlerweile Standard. Danach haben die aber eine 100%ige GEpaeckkontrolle gemacht. D.h. jeder Koffer jeder Person wurde geoeffnet und von Hand durchsucht. Wahnsinn. Richtig Englisch kann das Flughafenpersonal uebrigens auch nicht.

Danach bin ich erst einmal dahin gegangen worauf ich mich die ganze Zeit gefreut hatte: in eine Nudelkueche. Da hab ich mir erst einmal eine grosse Schuessel Nudelsuppe (ramen) mit Schrimp-Tempura bestellt. Unglaublich lecker. Wenn das in einer Touristenkueche am Flughafen schon so lecker ist, dann werde ich in diesem Urlaub mit Sicherheit einige Kilos mehr auf die Rippen bekommen.

So, jetzt geht es noch schnell zur Touristeninfo und dann auf in die Innenstadt. Mittlerweile ist es hier 12:00 Uhr Mittags und bis ich beim Hotel bin ist es sicherlich bereits gegen vier. Ist dann doch schnell rum, so ein Tag.

Jetzt gehts los

In einer Stunde geht mein Flug nach Tokyo. Noch sitze ich relativ entspannt in der Flughafen-Lounge. Naja, Sitzen stimmt zumindest, von entspannt kann aber keine Rede sein. Eigentlich bin ich ziemlich aufgeregt, viellleicht weil ich es gar nicht mag schlecht vorbereitet zu sein. Das Ganze fühlt sich ein wenig an wie die Prüfung „Bauelemente der Elektrotechnik“.
Die Wartezone ist voller Japaner, die anscheinend wieder in die Heimat fliegen. Vielleicht habe ich ja Glück und sitze neben einem Japaner, der des Deutschen oder Englischen mächtig ist. So, Zeit zum Boarden. Ich muss los.

Urlaub endlich durchgeplant

Was sich als nicht so einfach erwiesen hat, ist nun so gut wie abgeschlossen: der kommende Urlaub ist durchgeplant. Und wie sieht der Plan aus? Kurz gesagt: Tokyo (mit ein paar Tagesausflügen in die Umgebung), Kyoto, Kobe, Osaka, Hiroshima, Shikoku, Nagano und zurück nach Tokyo.