Wie üblich wird die Discworld Convention erst am Freitag Abend offiziell eröffnet, aber – auch wie üblich – der Spaß hat schon längst begonnen. Das Schönste ist, dass ich gleich einen ganzen Haufen alter Bekannter getroffen habe. Man sieht sich zwar nur alle zwei Jahre, aber das Hallo ist dafür um so größer.
So, muss Schluss machen. Gleich startet die Anmeldung zum Igel-Rennen.
Walking Robot Dancing to Stayin’ Alive
Das jahrzehntelange Streben der Wissenschaft, laufende Roboter zu kreiren, hat nun ein krönendes Ende gefunden. Tausende von Ingenieuren, Informatikern und Kybernetiker beglückwünschen sich mit Tränen in den Augen: Die Technik ist besser als John Travolta!.
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Sie haben mir ins Essen gequatscht
In Indien sind die Angestellten in Hotels und Restaurants sehr sehr sehr zuvorkommend. Also ich meine wirklich sehr. Am Anfang fand ich das noch ganz putzig, aber nach einer Weile ging mir das ganz schön auf den Zeiger. Einerseits ist es ja wirklich nett, wenn sich die Angestellten praktisch darum streiten, wer jetzt den Koffer tragen darf. Es ist auch eigentlich positiv, wenn man im Restaurant um das Wohl des Kunden besorgt ist und nachfragt, ob denn alles recht sei. Aber gestern beim Frühstück ist mir echt der Kragen geplatzt.
Da sitzt man also beim Frühstück und will einfach nur in Ruhe sein Müsli löffeln. Ich genieße gerne die ruhige Zeit, um langsam in Fahrt zu kommen und um im Kopf den Plan für den Tag durchzugehen. Aber das hat man mir nicht gegönnt. Im Abstand von weniger als einer Minute kamen tatsächlich 5 Bedienstete an, um mir ins Essen zu quatschen.
– Der erste möchte von mir unbedingt wissen, warum ich keinen Orangensaft trinke.
– Der nächste fragt, ob er mir ein Omelett machen kann.
– Darf es noch etwas Kaffee sein? Nein, denn meine Tasse ist noch randvoll.
– Der vierte möchte mitteilen, dass es auch frische Früchte gebe. Nein, vielen Dank.
– Wollen Sie immer noch keinen Saft. NEIN!
Und als ich dann kurz vor dem Ausflippen war, kommt der Restaurantchef in Anzug und Krawatte an meinen Tisch. Er reicht mir die Hand und möchte sich mir vorstellen. Er sei der Chef hier und sein Name sei soundso und ob auch alles zu meiner Zufriedenheit wäre und dass ich mich jederzeit an ihn wenden könne und warum ich keinen Orangensaft trinken würde, der sei doch ganz frisch.
Ich bin dann ohne Müsli zurück aufs Zimmer gegangen und habe leise hin mich hineingeweint.
Jeden Tag was Neues
Neulich musste ich in Indien eine Erfahrung machen, die vermutlich schon Millionen Reisende vor mir machen mussten. Ich befinde mich auf dem stillen Örtchen und suche verzweifelt und erfolglos nach der Papierrolle. Das ist immer eine unschöne Situation. Nach einer Weile fällt mir auf, dass es gar keinen Rollenhalter gibt. Stattdessen befindet sich rechts neben mir ein Wasserhahn. Als dann langsam die Erkenntnis in mir reift, denke ich mir: „Das wird jetzt interessant.“
Zài jiàn China, namasté Indien
Tschüs China, hallo Indien. Die Arbeiten in China sind abgeschlossen und leider ist mein Aufenthalt dort viel zu schnell vorbei. Die Kollegen waren wirklich sehr nett und hilfsbereit und auch wenn ich kaum etwas von China gesehen habe, habe ich mich dort immer sehr wohl gefühlt. (Bis auf das Wetter. Das war echt gruselig.)
Heute um zwei Uhr nachts bin ich dann in Indien angekommen. Der Flug war nochmal stressig. Der erste Flieger ist verspätet gestartet. Das hat bei dem eng gestrikten Zeitplan dazu geführt, dass er erst gelandet ist als das Boarding des Anschlussflugs bereits losging. Glücklicherweise hat mich eine Fluggastbetreuerin direkt am Ausgang abgeholt und ist mit mir durch den Flughafen gerannt, um den Flieger noch zu erwischen. Vollkommen außer Atem bin ich dann den Weiterflug nach Mumbai angetreten.
Nur mein Gepäck nicht.
Tja, mein Koffer mit meinem gesamten Kram ist wohl noch in Hongkong, vielleicht aber auch irgendwo anders in der Welt. Wer weiß. Darum gehe ich jetzt erst einmal Einkaufen, denn ohne Klamotten zum Wechseln und Zahnbürste macht das keinen Spaß. Dummerweise sind auch eine Menge dienstliche Sachen in dem Koffer, die ich eigentlich dringend für die nächsten Tage brauche. Da muss ich wohl umdisponieren. (Zum Glück habe ich den Laptop als Handgepäck dabei gehabt.)
China im Schnelldurchgang
Platt.
So beschreibt sich mein Zustand gerade am besten. Ich sitze gerade in Peking im Hotel und versuche etwas Luft zu schnappen. So richtig verdauen werde ich die Tage wohl erst später. Wie ging es bislang?
Sonntag um zehn Uhr morgens in den Flieger und am Montag um sieben Uhr früh Ortszeit in Shanghai ankommen (+ 6 Stunden Zeitverschiebung). Um neun Uhr früh der erste Termin in der Siemens-Niederlassung, danach 2 Kundenbesuche, die bis 19:00 Uhr dauern. Um 20 Uhr bin ich im Hotel und habe über 30 Stunden lang nicht geschlafen. Um 3:00 Uhr morgens liege ich wach im Bett und kann nicht schlafen. Ist aber prima, denn dann kann ich vor dem nächsten Kundentermin die ersten Berichte schreiben. Dann kommt eine ätzende Zugfahrt nach Hangzhou, zwei weitere Kundentermine, um 21:00 Uhr der Flug nach Peking, Ankunft im Pekinger Hotel um 1:00 Nachts und ich schlafe wie ein Stein… … bis etwa 5:00 morgens. Ich bin hellwach und aufgedreht. Prima, E-Mails checken, Unterlagen sortieren, den nächsten Termin vorbereiten, Bericht schreiben und los gehts…
Die Kollegen in China geben sich übrigens richtig Mühe. Ich bin sehr froh die Kollegen hier getroffen zu haben und zu sehen, wieviel Energie die investieren, um Projekte an Land zu ziehen. Fachlich hat sich die Reise schon jetzt bezahlt gemacht (denke zumindest ich). In meinem Kopf kristallisiert sich bereits ein relativ klares Bild heraus was der chinesische Markt braucht. Und das ist so gar nicht das was ich vor ein paar Tagen für notwendig gehalten habe.
Dem ersten Nepp bin ich wohl auch schon zum Opfer gefallen. Direkt bei der ersten Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel hat mich der Taxifahrer wohl ziemlich ausgenommen (das haben mir die Kollegen zumindest gesagt). Naja, zumindest hat er mir eine Quittung gegeben.
Dienstreise nach Asien steht an
Demnächst verschlägt es mich für ein paar Wochen dienstlich nach China und Indien. Ein Haufen Impfungen im Arm habe ich schon, die Visas sind unterwegs, nur der Koffer muss noch gepackt werden.
Die Organisation der Dienstreise war ganz witzig. Ich habe nur die Hin- und Rückflüge gebucht, den Rest übernehmen die Regionalgesellschaften. Die haben jetzt die Daten meiner AMEX-Karte und buchen lustig Hotels und Inlandsflüge. Ich bin mal gespannt wie vollgepackt die Agenda letztendlich werden wird. Das ganze wird mit Sicherheit stressig werden, aber ich freue mich trotzdem wie Bolle.
Foto von Jurgen, „Bush Taxi“, Some rights reserved.
Video kills the radio star
Jörg ist im Fernsehen. Naja, nicht ganz, aber zumindest auf YouTube sind jetzt zwei offizielle Siemens-Videos mit mir zu sehen:
SIMATIC RF600 – ein leistungsstarkes UHF-System für die Industrie
SIMATIC RF600 – a powerful UHF system for industry
Irgendwie sieht das ganze ein bisschen zu steif und unemotional aus. Aber es war ja auch mein erster Versuch mit Green-Screen und Teleprompter.
Zerstörung in Super-Slow-Motion
Es gibt so Momente, da wünsche ich mir eine Hochgeschwindigkeitskamera und Dinge, die man kaputt machen kann. Auf eine interessante Art und Weise. Rein zu wissenschaftlichen Zwecken. Für den Weltfrieden und die Völkerverständigung.
Fotos von Japan online
Endlich habe ich es geschafft die Fotos vom Japanurlaub online zu stellen (-> Gallerie).
Und alles geht zu Ende
Alles geht einmal zu Ende, auch dieser Urlaub. Schön war es, aber jetzt ist auch gut. Geld ist ausgegeben, Souvenirs gekauft, alles gesehen und noch mehr gegessen. Dass man richtig urlaubssatt ist merkt man daran, dass man sich schon auf zu Hause freut und nicht wehmütig denkt, dass man ach so gerne länger geblieben wäre.
Der letzte Tag wurde ungewollt zu einem schönen“wrap up“. Eigentlich wollte ich in das Hara Museum of modern Art, aber das war überraschenderweise wegen Umbauten geschlossen. Eine nette Mitarbeiterin entschuldigte sich zwar sehr, hat mich aber trotzdem nicht herein gelassen. Also bin ich auf nach Roppongi in die Tokyo Midtown Mall, um ein wenig zu bummeln und das Sapporo Kunstmuseum zu besuchen. Interessanterweise lief dort gerade eine Ausstellung zum Tokaido, dem alten Pfad zwischen Tokyo und Kyoto. Teile des Pfads bin ich im Urlaub ja abgegangen und die Entstehungsgeschichte des Wegs wurde mir im Edo-Museum erläutert. Als ob es geplant gewesen wäre. Mit der Dämmerung wurde dann die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet, die mit 300000 LEDs aber wenig feierlich, sondern eher beeindruckend kitschig war. Japanisch halt.
Also dann bleibt mir nur noch übrig tschö und Sayonara zu sagen. Schön war’s und wird sicherlich nicht das letzte mal gewesen sein.
(Der Baum stammt übrigens aus dem Yebisu-Bier-Museum, aber das ist eine andere Geschichte.)
(Pictures (c) by Jörg Neidig. All rights reserved. Private and commercial use is forebidden.)
Den Berg Fuji besteigen
… ging leider nicht, aber das war auch von vorne herein bereits klar. Das wäre genauso, als ob ein Japaner nach München fährt und im Dezember mal eben so auf die Zugspitze laufen möchte. Geht halt net. Oder eben nur einmal.
Also schaut man sich den Berg lieber von unten an. Ist auch schön.
On-Matsuri in Nara
Die etwa 3-4 Stunden westlich von Tokyo liegende Stadt Nara ist eines der letzten Ziele des Urlaubs gewesen und die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Kurze Geschichtsstunde: vor Tokyo und Kyoto war Nara Hauptstadt von Japan. Diesen Status hatte sie allerdings nur 75 Jahre lang. Als der Kaiser nämlich herausfand, dass seine Frau mit einem Priester rummachte, verlegte er kurzerhand erbost seinen Sitz nach Kyoto. Der Priester hat dafür bestimmt kein Lachgesicht in sein Aufgabenheftchen bekommen. Die Entscheidung des Kaisers erscheint mir aber eher unverständlich, denn in Kyoto gibt es ja noch mehr Priester…
Auf jeden Fall hat Nara aufgrund seiner Vergangenheit gewaltig was zu bieten und gleich 8 Stätte mit dem Status Weltkulturerbe können hier erlebt werden. Die Tempel und Schreine sind wirklich atemberaubend und umgeben von einer großen Parkanlage. In dem Park (und außerhalb) laufen über 1200 Rehe frei herum. Das bringt den Verkehr in der Stadt manchmal zum erliegen und Rehmist muss auch sehr häufig gekehrt werden, aber die Leute sehen die Tiere mittlerweile als Glücksbringer und Maskottchen an.
Das I-Tüpfelchen des Besuchs war allerdings, dass vom 15.-18. Dezember das Fest On-Matsuri stattfindet, eines der ältesten und höchsten religiösen Feste in Japan. Die Höhepunkte sind die Mitternachtszeremonie vom 16. auf den 17. und die festliche Parade am 17. zur Mittagszeit. Als Europäer muss ich leider sagen, dass die Mitternachtszeremonie zwar dadurch imponiert, dass sie 1200 Jahre alt ist, aber nicht durch eine besonders imposante Darbietung. Ich habe einfach zu wenig Ahnung von den hiesigen Religionen, um auch nur ansatzweise verstehen zu können, was da passiert. Gepaart mit einer Schweinekälte wurde die Veranstaltung dann irgendwann nervenaufreibend. Vermutlich geht es einem Buddhisten in einer Ostermette ähnlich. Immerhin: „Been there, done that, got the t-shirt“. Am nächsten Tag gab es dann einen wirklich sehenswerten Umzug in historischen Kostümen. Und wie könnte es auf einem Volksfest anders sein, laden jede Menge Fressbuden zum Geldausgeben ein. Was ich dann auch getan habe. Reisbällchen mit Bohmenmus, Teigbällchen mit Oktopus, Fischplätzchen was will man mehr. Interessanterweise gab es hier auch Unmengen an Ständen, die Spielzeuggewehre an Kinder verkauft haben. An mehreren habe ich sogar das G3 und das G36 entdeckt.
Alles in allem war das ein richtig gelungener Ausflug. Aber von Tempeln habe ich jetzt erst einmal genug.
Auf den Pfaden der alten Samurais


Alle Wege führen nach Tokyo. Naja, eigentlich ja nur 5. Diese fünf Hauptverkehrswege wurden vom ersten Shogun direkt bei der Gründung von Edo/Tokyo angelegt und stellen auch heute noch Hauptverkehrswege dar. Auch die japanischen Schnellzüge Shinkansen sind nach den Namen der alten Wege benannt. Der wohl wichtigste Weg verband Kyoto mit Tokyo und damit den Sitz des Kaisers mit dem Sitz des Shoguns. Das hier eine Menge Briefverkehr stattfand ist klar.
Und genau diese alte Straße ist teilweise noch begehbar. Heute konnte ich bei wunderschönen Wetter den Wanderweg zwischen Magome und Tsumago im Kiso-Tal genießen. Die beiden Städtchen haben sich ganz schön herausgeputzt und die Häuser in den Originalzustand zurück versetzt. Es war wie eine kleine Zeitreise. Naja, wenn man von den Unmengen an Souvenirläden absieht und dem Tatbestand, dass man mehrmals eine größere Landstraße queren muss.
Ein absoluter Höhepunkt liegt etwa auf halber Strecke. Hier liegt ein 250 Kahre altes Teehaus, dass müde Wanderer kostenlos mit Tee und Süßigkeiten versorgt. Super.
Mitten auf der Strecke hat mich dann ein gelbes Schild mit einem Bär irritiert. Gibt es hier wirklich Bären, oder wollen die den Touristen nur Angst einjagen? Wenige Meter weiter war mir aber klar, dass die das ernst meinen, denn in regelmäßigen Abständen waren Glocken angebracht mit denen Krach man die Bären verjagen soll. Also habe ich eifrig gebimmelt und habe keinen Bären gesehen.
Tsukiji-Fischmarkt
Ein Abstecher zum Fischmarkt gehört zu einem Besuch von Tokyo einfach dazu. Neben dem Tempel Senso-Ji gehört der Fischmarkt damit zu dem Ort mit der höchsten Touristendichte in Tokyo. Das sind in Summe immer noch nicht viel, es fällt einfach nur stärker auf, da man sonst tagelang herumlaufen kann, ohne einen weiteren „Gaijin“ zu sehen.
Die Fischauktion findet im Dezember leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da dieser Monat der umsatzstärkste des Jahres ist. Touristen würden da nur stören. Andererseits spart man sich dadurch das Aufstehen um 4:00 Uhr und die 100 Euro für das Taxi. (Öffentliche Verkehrsmittel starten erst so ab 5:30 Uhr.)
Auf dem Markt gab es natürlich wieder lecker Sushi. Mittlerweile von ich beim Bestellen etwas mutiger. Die Konsequenz davon ist allerdings, dass ich plötzlich Teile vom Fisch (?) auf dem Teller hatte, von denen vermutlich noch nicht einmal der Fisch wusste, dass er so was hat.
Direkt neben dem Fischmarkt liegt interessanterweise das Nobel-Einkaufsviertel Ginza. Tiffany und co. lässt man aber am Besten links liegen und besucht die großen Kaufhäuser wie z.B Mitsokoshi. Im Vergleich dazu sieht sogar das KaDeWe alt aus. In der legendären Lebensmittelabteilung konnte ich dann noch gleich ein paar nette Souvenirs einkaufen (getrockneter Fisch, Reiswürze und Reiscracker). Im Sony Showroom kann man dann noch gepflegt Produktneuheiten wie die PSVita oder 3D-Fernseher ausprobieren. Im Yamaha Showroom gibts u.a. wunderbare Flügel (auch elektrische) zu bewundern. Usw. Usw. Der Tag ist einfach zu kurz…
